Sie sind hier: Startseite > Hintergrundinformationen > Landwirtschaft in Baden-Württemberg

Landwirtschaft in Baden-Württemberg

Die baden-württembergische Landwirtschaft zeichnet sich durch Vielfalt aus - Vielfalt an Landschaften, Böden, Klimata, Höhenlagen, Reliefs, Strukturen und Traditionen. Vor allem das unterschiedliche Erbrecht hat die Entwicklung der Landwirtschaft in den verschiedenen Regionen entscheidend geprägt. Landwirtschaft wird im Rheintal auf einer Höhe von gerade mal 100 m über NN ebenso betrieben wie auf den Höhen des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb auf über 1.000 m. Rund 44.000 landwirtschaftliche Unternehmen bewirtschaften rund 1,42 Mio ha Fläche und erwirtschaften damit eine Bruttowertschöpfung von 2,3 Mrd. €. Leitbild ist die multifunktionale Landwirtschaft, getragen von einem flächendeckenden Netz landwirtschaftlicher Familienbetriebe unterschiedlicher Ausprägung.

In Bezug auf die betriebswirtschaftliche Ausrichtung dominieren die Weideviehbetriebe (16.000), gefolgt von Dauerkultur- und Ackerbaubetrieben (9.000), Veredelungsbetrieben (2.000) und rund 1.200 Gartenbaubetrieben. 40 % haben mindestens ein weiteres betriebliches Standbein. Die Erzeugung von erneuerbaren Energien stellt die mit Abstand häufigste zusätzliche Einkommensquelle dar (60 % aller Diversifizierungen).

Charakteristikum und gleichzeitig ständige Herausforderung der baden-württembergischen Landwirtschaft ist die strukturelle und natürliche Benachteiligung gegenüber anderen Regionen in Deutschland und Europa. In den letzten 25 Jahren ist die Zahl der Betriebe von rund 130.000 auf etwa 44.000 gesunken, die durchschnittliche Betriebsgröße hat sich nahezu verdreifacht (33 ha). Trotzdem ist Baden-Württemberg das Bundesland mit der geringsten Betriebsgröße. Gleichzeitig hat das Land mit 63 % noch vor Bayern den höchsten Anteil an benachteiligten Gebieten. Die durchschnittliche Schlaggröße der Antragsteller beim Gemeinsamen Antrag lag 2011 bei lediglich 1,35 ha Ackerland und unter 1 ha bei Grünland. Rund 2/3 aller Betriebe werden im Nebenerwerb geführt. 7 % aller Betriebe bzw. 6,8 % der landwirtschaftlichen Fläche werden ökologisch bewirtschaftet.

In einigen Regionen lassen fruchtbare Böden und klimatische Begünstigungen Spitzenerträge im Ackerbau sowie die Erzeugung von Obst, Wein und Gemüse in großem Umfang zu. Sonderkulturen finden sich vor allem am Bodensee, entlang des Rheins und im Raum Stuttgart-Heilbronn. Die Tierhaltung hat ihren Schwerpunkt in den östlichen Landesteilen, mit den Viehhaltungshochburgen Allgäu und Ostalb sowie den Schweinehaltungszentren in Hohenlohe und im Raum Donau-Iller. In den östlichen Landkreisen entlang der bayerischen Grenze befindet sich auch der Großteil der landwirtschaftlichen Betriebe mit Biogasanlagen und/oder Photovoltaik.